Charakteristik
Man muss schon ausgemachter Blockwerk-Fan sein, um den Aufstieg zum Klein Furkahorn zu genießen. Einen richtigen Steig gibt es nur auf den untersten 250 Hm, danach findet man zwar ab und an noch Steigspuren, überwiegend ist man aber in mehr oder weniger großformatigem Blockwerk unterwegs, das volle Konzentration, Trittsicherheit auf kippeligem Untergrund und einiges an Handeinsatz erfordert. Im unteren Abschnitt findet man keine Markierungen, die Blockwerkhalden sind netterweise mit blauen Farbstreifen und vielen Steinmanndl bestückt, sodass man in etwa die beste Trasse findet (manchmal mehrere Varianten möglich). Das mühsame Blockwerk-Krauchen sorgt insgesamt für stark erhöhten Zeitbedarf. Aber immerhin entschädigt der Ausblick, vor allem auf den weiter unten majestätisch dahinfließenden Rhône-Gletscher, den Tiefblick auf den Grimselpass und die dahinter aufragenden Berner Alpen.
Beschreibung
Aufstieg: Direkt auf der Passhöhe beginnen wir die Tour an den gelben Wanderschildern links von einem großen Haus, die allerdings unser Gipfelziel nicht kennen. Wir nehmen den schräg rechts über Holztreppen hinaufführenden Pfad, der quer verlaufende Belvedere-Panoramaweg wird dabei nur gekreuzt. Wir orientieren uns immer direkt nach oben und peilen einen bereits von unten sichtbaren Seilbahnmast an. Über enge Serpentinen in der steilen Grasflanke gelangen wir zu einem Absatz mit der Endstation einer Materialseilbahn, dem sog. Furkastock (NW). Etwas nach halb links haltend (W) nähern wir uns dem nächsten Steilaufschwung, der ebenfalls über enge Serpentinen erstiegen wird (NW). In N-Richtung setzt nun ein breiter Rücken an, der fast bis zum Gipfel die Route vorgeben wird. Zunächst noch auf Steigspuren überqueren wir die ersten Kuppen, ein sperrender Felsgupf muss auf kippeligem Blockwerk vorsichtig in der rechten Flanke umgangen werden. Jenseits treffen wir überraschend auf einen recht guten Steig, der eine steile Felsflanke quert (NW); ungefähr in der Mitte zweigt - nur durch ein großes Steinmanndl markiert - unser späterer Abstiegsweg rechts ab. Erst einmal geht es geradeaus weiter, ein bröseliger Steig leitet einige Meter hinunter zu einem breiten Sattel und auf der anderen Seite wieder steil bergauf. Ab dem nächsten Gratgupf werden Steigspuren Mangelware, bis zum Gipfel muss man sich nun von Markierung zu Markierung die jeweils beste Trasse durch mehr oder weniger großteiliges Blockwerk suchen (NW). Ein paar Felskuppen müssen noch mühsam erstiegen werden, blockwerkgefüllte Senken bieten kaum Erholung. Erst am unmittelbaren Gipfelaufbau gibt es für kurze Zeit wieder eine sandige Steigspur direkt am Gratrand oder man wählt den Direktaufstieg via Blockwerk hinauf zum Gipfelkreuz.
Abstieg: Zurück bis zum oben beschriebenen, nur mit einem Steinmanndl markierten Kreuzungspunkt in der Mitte des auffallend angenehmen Wegstücks. Links steigen wir auf steilem, aber gut in Kehren angelegtem Steiglein die Hangflanke hinunter (SO). Ein felsiges Eck wird nach links (NO) umrundet, dann setzen sich die bewährten Serpentinen in SO-Richtung fort. Wir nähern uns wieder der Seilbahnstation am Furkastock, lassen sie allerdings rechts liegen und folgen dem Steiglein in gutmütigem Wiesengelände hinunter zu den Kasernen an der Furkastraße (das Hotel Furkablick liegt gegenüber). Um zurück zum Ausgangspunkt zu gelangen, können wir kurz vor der Fahrstraße an einem Schilderbaum rechts abbiegen und mit leichtem Gegenanstieg parallel zur Straße zum Startpunkt zurückwandern (SW).
Hinweis: Evtl. ist es empfehlenswert, den Ausgangspunkt zu den Kasernen gegenüber vom Hotel Furkablick zu verlegen und den dortigen Steig für An- und Abstieg zu nutzen. Damit erspart man sich ein wenig Blockwerk und die Hässlichkeiten des Furkastocks.